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ACH! Kleist und die Frauen

ein Stück von Claudia Hanfgarn und Martin Kemner

Die Deutung des berühmten Schlussseufzers der Alkmene im Lustspiel „Amphytrion“, ist nicht das einzige Rätsel das Heinrich von Kleist der Nachwelt aufgegeben hat. Ruhelos, getrieben und meistens unglücklich war Kleist fast sein ganzes kurzes Leben auf Reisen. Kein Mensch weiß heute genau was er getrieben hat und was ihn getrieben hat. Spekulationen gibt es viele. Einige klug und schlüssig, andere weniger. Soviel ist sicher:
Kleist verlor früh seine Eltern, den Vater mit 10, die Mutter mit 16 Jahren, Kleist war immer auf der Suche nach dem Lebensplan, der ihn in ein besseres, glückliches Leben führen sollte. Enttäuscht von der Unmöglichkeit den richtigen Plan rechtzeitig zu entwickeln, entstand früh der Wunsch seinem Leben baldmöglichst ein Ende zu setzen.

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Heinrich von Kleist ist einer der meistgespielte Klassiker auf deutschsprachigen Bühnen, die „Deutsche Literaturgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart“ beschreibt ihn als „Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit […] jenseits der etablierten Lager“ und der Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik.“ Er wird als Wegbereiter der literarischen Moderne beschrieben, und wie viele Wegbereiter vor und nach ihm, hat er zu Lebzeiten nie die Anerkennung erfahren dürfen, derer er offenbar dringend bedurfte.

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Kleist war ausgesprochen ehrgeizig und zugleich von Selbstzweifeln zerfressen, immer extrem im Denken, Handeln und Schreiben.
Als es ihm z.B. nicht im Handumdrehen gelangt, Goethe als Dramatiker zu übertrumpfen, wollte er lieber Landwirt in der Schweiz werden. Was dann auch nicht so richtig gelang.

Am ehesten fühlte er sich von Frauen akzeptiert und verstanden, seine Halbschwester Ulrike und seine Cousine Marie haben in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt, seine Freundin Henriette Vogel war bereit mit ihm in den Freitod zu gehen.

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Die literarischen Frauenfiguren die Kleist geschaffen hat, sind aussergewöhnlich, insbesondere für ihre Zeit. Die Frauen in Kleists Dramen und Erzählungen wissen was sie fühlen, was sie erreichen wollen – sie haben einen Lebensplan für den sie im Zweifelsfalle alles opfern. Dies wird mit einer aussergewöhnlichen Detailfülle beschrieben und ist zumeist der Hauptantrieb, der dramatische Motor.

Reale Frauen konnten da nicht ganz mithalten, Kleists Versuche seine Verlobte Wilhelmine von Zenge nach seinen Vorstellungen zu formen muten heutzutage recht oberlehrerhaft, ja chauvinistisch an.

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Auf der Basis des persönlichen Eindrucks, des individuellen Empfindens wirft “ACH!” mit den Mitteln Tanz, Schauspiel, Rezitation einen sehr speziellen Blick auf Kleist.
Regie, Dramaturgie, Text- und Musikauswahl, Mediengestaltung, sowie die Gestaltung von Bühne und Kostümen haben Claudia Hanfgarn und ich komplett selbst übernommen.


 

Videoausschnitte aus \”Ach!\”

Idomeneo

Für Mozarts Oper “Idomeneo” verpflichtete mich das Stadttheater Osnabrück als Videodesigner. Als Projektionsfläche diente eine diagonal über die gesamte Bühne reichende Wand aus mattem Glas, das von Streckmetall überzogen war und von vorn und hinten angestrahlt wurde. Ein großer, schwarzer Monolith drehte sich, je nach Situation und gab verschiedene Teile des Bildes frei, teilweise waren die Bilder auch auf dem Monolithen erkennbar. Die besondere Herausforderung bestand darin, die Naturgewalt des Meeres erkennbar als solche darzustellen und andererseits der Abstraktion des Bühnenbildes und der Kunstform Oper als solche gerecht zu werden.
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Faust 2

Auch für das Videodesign des 2. Teils von Goethes Meisterwerk hat mich das Stadttheater Münster verpflichtet. Die “Zeit- und Weltreise” der Dr. Faustus ist schwierig zu theatralisieren und verführt auf allen Ebenen zur Illustration. In der Inszenierung von Markus Kopf wurden diese Probleme geschickt umschifft und gelöst. Faust 2 zu einem Publikumserfolg, selbst das rund 6-stündige “Doppelpack” Faust 1&2 war regelmäßig ausverkauft. Das wandelbare Grundbühnenbild von Manfred Kaderk war wenig verändert, ich habe wieder mit drei Beamern die ca. 38 Meter breite Projektionsfläche bedient.
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Faust 1

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Für das Stadttheater Münster habe ich 2008 die Videoinstallation zu Faust 1 gemacht. Drei Beamer mit insgesamt 28000 ANSI-Lumen habe eine ca. 38 Meter breite Projektionsfläche bedient. Von der Aufführung habe ich keinen Mitschnitt, hier sehen sie einige Ausschnitte der (verkleinerten) Originalprojektionen, aus urheberrechtlichen Gründen leider ohne Ton.
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Tommy

Für die Produktion der Rockoper “Tommy” habe ich nicht nur den “Uncle Ernie” gespielt und gesungen, sondern auch das Videodesign entworfen, das nach den Worten des Bühnenbildners Manfred Kaderk, das halbe Bühnenbild ausmachte. Tatsächlich wurde durchgängig auf zwei Großleinwände (Rückwand und “fliegende” Leinwand) projiziert. Generiertes Material, historische Aufnahmen und bearbeitetes Videomaterial der beteiligten Künstler wurden zu einer ästhetischen Einheit verschmolzen.
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Jakob Lenz (Wolfgang Rihm)

Die Kammeroper Jakob Lenz von Wolfgang Rihm (frei nach Georg Büchners “Lenz”) wurde mit Sängerinnen, Sängern und dem Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln aufgeführt. Dafür habe ich die Videoinstallationen gemacht,in erster Linie ging es um die verzerrte Wahrnehmung der Natur. …Artikel mit Video anschauen

…dann will ich gern scheiden mit Blumen in den Händen und im Haar

Für die Tanztheaterproduktion “…dann will ich gern scheiden mit Blumen in den Händen und im Haar” von Claudia Hanfgarn, anlässlich des Todestages von Paula Moderson Becker habe ich die Mediengestaltung gemacht. Die Tonbearbeitung war in erster Linie eine Rauminstallation, die sich hier nicht wiedegeben lässt. Die Videoinstallationen, die mit Licht und Schatten, Livefeedbacks und stark abstrahierte Footage auf frei hängende Papierbahnen arbeitete, ergaben im Zusammenspiel eine dichte und spannende Unterstützung der Choreografie.
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Zeig mir deine Träume

Eine Videoarbeit von 2007. “Zeig mir deine Träume” erzählt von 7 jungen Menschen auf der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt. Frisch mit der Schule oder der Ausbildung fertig erzählen sie von ihren Träumen und Ängsten. Das Ganze war ein Medienprojekt der Berufliche Bildung Bremerhaven und Lernnetzwerk Bremen zur Lebenssituation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Gezeigt werden 7 Menschen mit unterschiedlichem Bildungshintergrund.
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Wo bitte gehts hier zum Schlaraffenland?

Eine Video-Arbeit von 2005, das erste Mal gemeinsam mit Schülern.
Mittlerweile ist meine Videoarbeit mit Schülern in meinem Projekt TheaTheo aufgehoben. Das Schlaraffenland finde ich nach wie vor ganz witzig. Thema war die Auseinandersetzung mit der Heimatstadt, wir haben uns überlegt, dass man seine Heimat am Besten mit einem fremden Blick erkennen kann. So haben wir die “fumpf Asyletten” erfunden, eine schräge Gruppe von Aliens, die auf der Suche nach dem Schlaraffenland einen technischen Defekt haben und in Bremerhaven notlanden müssen.

Das Ergebnis können Sie sich hier ansehen:


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visAvis

Ausgebildet bin ich für die Arbeit VOR der Kamera – zumindest im Prinzip, der Schwerpunkt lag beim Theaterspiel und die Film- und Fernseharbeit unterscheidet sich schon sehr von der Darstellung auf der Bühne.
Viel lieber stehe ich hinter der Kamera und sitze am Schneidetisch. Nach ersten Gehversuchen in den 90er Jahren, mit VHS-Kamera und Videorecorder, habe ich im Jahr 2000 unter der Regie von Isabella Wolf den Kurzfilm “visAvis” auf DV gedreht und im “offenen Kanal” geschnitten:
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